Samstag, 26. März 2016

Verrückt; oder: the bliss of despair

Ich fürchte, ich bin verrückt. Ich verliere komplett meinen Verstand.

Weißt du, wie es sich anfühlt, nicht mehr der Herr seiner Sinne zu sein? Wenn du morgens in den Spiegel blickst, dann ist dieser zerbrochen.

Ich lebe nicht für Jemand anderen, aber stetig versuche ich Jemand Anderes zu sein.

Dünner. Schöner. Intelligenter. Rationaler. Liebender. Musikalischer. Kreativer. Unemotionaler. Gebildeter. Disziplinierter. Gesünder. Sportlicher. Freundlicher. Höflicher. Ruhiger. Gelassener. Ehrgeiziger. Offener. Extrovertierter. Empathischer. Ehrlicher. Fröhlicher. Glücklicher. Talentierter. Interessierter. Aufmerksamer. Lustiger. Spontaner. Geordneter. Beliebter. Anerkannter. Ernster. Reicher. Effizienter. Einzigartiger. Überraschender. Leidenschaftlicher. Vertrauensvoller. Optimistischer. Geselliger. Verlässlicher. Stoischer. Künstlerischer. Perfekter. Geliebter.

All jenes versuche ich zu erreichen. So schnell wie möglich. So radikal wie möglich. Das Streben nach Verbesserung, Perfektion, es treibt mich rastlos umher. Ich selbst habe mir die Paradigmen auferlegt, die mich nun meinen Verstand kosten. Es ist nicht möglich seinen Verstand zu behalten, wenn man sich so verändert. Ich habe meinen Verstand schonmal verloren. Ich habe ihn mir ausgetauscht und meine Vergangenheit mit all ihren schlimmen Geschehnissen zurückgelassen.

Es hat mich gerettet.

Es ist wohl mein Fluch und mein Segen. In stetiger Veränderung verzweifel ich, damit ich umso verzweifelter festzustelle, dass ich mein Ziel erreicht habe, um daran zu verzweifeln, ob mein Ziel rechtens war, verzweifelt bemüht neue Ziele zu finden, an denen ich verzweifeln kann.

Das klingt traurig. Und manchmal ist es das auch. Meine Dämonen jagen mich.

Letztlich habe ich aber wohl wenigstens eine Veränderung gemacht, die richtig war.

Ich weiß, dass ich verrückt bin. Ich weiß, dass ich verzweifel an allem, was dieses Leben mir gibt.

Doch, ich weiß ebenso, dass es wohl das ist, was mich definiert. Veränderung. Verzweiflung.

Meine Kunstlehrerin sagte immer, dass man einem wirklich guten Kunstwerk ansehen muss, wie sehr man an ihm verzweifelt ist, wie sehr man mit ihm gerungen hat. Am Schluss steht dieses Bild, mit seiner Geschichte und man befindet es für gut.

Ich habe Hoffnung gefunden, dass ich einen ebensolchen Weg durchschreiten muss. Nur mein Entstehungsprozess benötigt eine Lebenszeit. Und am Ende, so erhoffe ich es mir, stehe ich da, und ich befinde mich für gut, so wie ich bin.

Bis dahin verändere ich mich und verzweifel daran. Doch mit einer wahnsinnigen Freude, denn schließlich weiß ich, für was ich verzweifel. Ich male mich. Und umso verzweifelter ich dabei bin, desto besser werde ich werden. Ich verzweifel mit einem Lachen, als Dank für das Leben, welches mich verzweifeln lässt, ich weine vor Glück, da selbst die verzweifelsten Momente so herrlich und wunderschön sind.

Ich sagte doch, ich wäre verrückt.

Credits:
Model, Make-Up: Tessajeancook
Photo, editing: Pam Meier

Montag, 11. Januar 2016

Kunst; oder: Dialektik meines Ichs

Wir schlafen. Wir essen. Wir trinken. Wir arbeiten...

Tagtäglich das selbe Spiel. Zwischenräume fühlen wir mit weiteren Banalitäten, und erfreuen uns an Giften, die uns für kurze Zeit vergessen lassen, dass wir, einem Uhrwerk gleich, jede Minute näher sind an dem Moment, an dem wir stehen bleiben. Für immer. Es gibt keine neuen Batterien für uns.

Das Gift ist mannigfaltig. Offensichtlich in dem Alkohol, den Zigaretten und anderen Drogen, in denen wir uns flüchten. Versteckt in Konsum, Werbung und Manipulationen, die nicht minder effizient unseren Geist betäuben. Wir geben die Verantwortung ab. Die Werbung zeigt uns, was wir wollen, Modezeitschriften, wie wir aussehen haben, unsere Mitmenschen, was wir für ein Leben führen sollen.
Peacemaker II : Perseverance

Wir sollen perfekt sein. Nein. Wir müssen, denn ansonsten sind wir wertlos. Und wer vergisst, seinen Erfolg, sein Glück und seine Oberflächlichkeiten in sozialen Medien ausgiebig publik zu machen, sowieso. Identität am Rande des Wahnsinns, Selbstwert definiert an irrsinnigen Idealen, die jeder bestimmt, außer wir selbst.

Komisch, wenn ich das schreibe? Ich, die ich unzählige Fotos von mir hochlade auf einer Facebookseite, die man eigentlich nicht braucht? Feier und glorifiziere ich nicht jenes, was ich so harsch kritisiere? Oftmals wird mir vorgeworfen, dass ich vieles unterstütze, was ich gar nicht gutheiße. (Abstruse Vorwürfe alá ich sei ein Hungerhaken. Nein. Wer sich meine Bilder anschaut, dem sollte klar sein, dass ich absolutes Normalgewicht habe. Mit einem BMI, der sich, zugegeben sehr schwankend zwischen 19-21 bewegt, bin ich absolut im grünen Bereich! In manchen Posen sieht man eben dünner aus, in anderen dicke - ja, auch das zu wissen und zu nutzen, gehört zum modeln..)

Für mich ist das Modeln - ich betone: Für mich - nicht die Glorifizierung irgendwelcher Ideale. Nein, sie ist eine weitere Möglichkeit meine Kreativität auszuleben. Ich war schon immer bildkünstlerisch aktiv. 

Spoken too many words
Kunst hat einen großen Stellenwert für mich. Kunst ist das, was ich dem Alltag entgegenstelle, sie ist die Essenz meines Glücks, meines Glaubens, meines Lebens. Ich muss erschaffen, um zu existieren. Die Zeiten, in denen ich nichts erschaffen habe, waren die dunkelsten meines Lebens.

Kunst ist vieles für mich. Die Flucht in eine andere Welt. Verarbeitung von Trauer, Wut, Angst, Glück, Liebe und Leid. Und auch die Ursache all dessen. Selbstreflexion. Wahrheit und Lüge. Sie gibt mir Kontrolle und nimmt sie mir auch ganz. Ich kann mich fallen lassen und mich gleichzeitig einem Plan unterwefen. Sie ist Kritik und Lob, Selbstdarstellung und Selbstverleumdung. Sie ist das Blut in meinen Adern. Medizin und auch die Krankheit. Sie treibt mich an und ich bin auch getrieben von ihr. Oder wie es, unter Anderem Marilyn Manson, beschrieben hat: Sie ist ein Fragezeichen.

Natürlich bietet sie mir auch den Raum für Egoismus, den ich in meinem Alltag stetig versuche zu überwinden. In ihr schreie ich alles heraus, was mich belastet, was ich meinen Mitmenschen immer weniger aufladen kann und möchte. Sie sind nicht gehörte Botschaften, die auch niemals richtig verstanden werden müssen, der Sinn liegt darin, dass sie gesagt wurden.

Die ganze Wahrheit über mich? I am a desperate mind. Mein Leben wurde schon immer von vielen Ängsten, Sorgen und von großen Leid geprägt. Ich bin so verloren in dieser Welt. Früher habe ich versucht mit Hass und Misanthropie mein Leben zu bewerkstelligen. Ich war sehr von meinen Emotionen getrieben. Mit der Vergangenheit im Nacken, die Angst vor der Zukunft vor Augen, entstand in der Gegenwart nur Leid. Doch, irgendwann wusste ich, dass ich so nicht leben möchte und kann.

Vor mir waren zwei Wege. Und ich entschied mich fürs Leben. Das war der Moment, an dem ich einen Teil von mir abspaltete. In mir und zugleich neben mir war seit dem ein weiteres Ich, eines, was seine Existenz in meiner Kunst hat. Es trägt meinen Namen, meinen alten, den, der mit der Vergangenheit behaftet ist. So schizophren es klingt, war es der Weg zu meinem Heil. Die Tessa, die täglich das Leben bestreitet, hasst nicht, sie liebt. Sie ist erwachsen, oder auf dem Weg dahin. Sie hat ihr Leben im Griff, und Emotionen 
Model, Make-Up: Tessajeancook
Photo, editing: Pam.Meier Fotodesign
bereichern ihre Welt und bestimmen sie nicht nur. Sie hat gelernt Egoismus zu überwinden. Und hinter ihr, neben ihr stetig die Andere. Eine Stimme, die sagt, dass sie es nie schaffen wird. Eine Stimme, die Wut nährt, Ängste, Hass, ebenso wie desaströse, egoistische Liebe, unerfüllbare Hoffnungen, Gier, Unzufriedenheit, Selbstverletzung und Eifersucht – lockend mit einem Kontrollverlust. Das Kind, was nicht weiß, was es sich da wünscht.

Kunst ist also das, was mich vor mich selbst rettet.

Und ich schreie es in die Welt. Als Zeichen für mich. Ich schäme mich nicht mehr für die Seiten an mir, die die Welt nicht haben will; Ich schäme mich nicht mehr für das, was ich war, oder was ich bin. Ich habe mir und den Menschen vergeben. Und? Ja, es wird sich keiner an mich erinnern. Warum sollte es auch Jemand.
That is not my aim, as you see.

Ich erschaffe für mich, wie ich auch letztlich mit mir selbst leben muss – will, darf. Das Leben, das hat mir die Kunst gezeigt, ist lebenswert, schön, wundervoll. Ein Geschenk. 

Wir haben die Macht in unseren Händen. Stehe morgen auf und breche aus deinem Alltag aus, letztlich, bist du es, der statt sich zu vergiften, erblühen kann. Du brauchst Niemanden dazu, außer dich selbst. Werde wieder Herr deiner Sinne, nimm dein Leben in die Hand. Kunst zeigt sich überall. Auch in der Kunst des Lebens.

Freitag, 8. Januar 2016

Von alten Wegen und neuen Ziel; oder: Das Kind in mir

Bereits im Herbst habe ich gemerkt, dass ich müde war. Wovon? Das konnte ich nicht greifen.
Es hat vielleicht manch einer gemerkt, dass ich weniger Shootings gemacht habe als sonst. Nun, irgendwie hat alles sehr fade geschmeckt. Nach dem ich die Zeit hatte mich zu ordnen – nach der stressigen Weihnachtszeit habe ich mir ein paar Tage gegönnt, in denen ich meditierte, las, und zu mir kam – habe ich endlich eine Antwort dafür.


Ich liebe das Modeln, das Spielen mit dem Make-Up, das Eintauchen in eine andere Welt, die Menschen, die man dadurch kennenlernt. Also tat ich ja doch immer etwas, was ich liebte – warum war ich also dann so müde dessen?

Im September bin ich quer durch Deutschland gereist. Was ich nicht wusste war, dass es nicht nur eine Reise zu alten Freunden werden würde, sondern auch eine Reise zu mir. So viele Eindrücke begleiteten mich, die Sicherheiten alter Freundschaften mit den Reizen neuer Menschen, neuen Orten und neuen Erlebnissen. Ich lernte eine andere Sichtweisen. Am Ende der Reise war ich in Dresden. Und ich verlebte eine wundervolle Zeit. Ich hatte das Gefühl, dass ich bedingungslos aufgenommen worden bin. Die Zeit war gekommen, meine Masken abzulegen. Sorglos lebte ich in den Tag, wie ein wohlgehütetes Kind. Wenn ich ein Glas Wein zu viel getrunken hatte, schlummerte ich friedlich für mich, ich hinterfragte nicht, ob ich mich jetzt lächerlich mache. Ich hatte seit langer Zeit das Gefühl, dass ich es gar nicht konnte. Ich lachte viel in diesen Tagen.

Als ich zurückkam, hatte ich keine Lust. Keine Lust auf Shootings, Make-Up und Trubel.

Ich weiß jetzt warum. Mir wurde gezeigt, was es war, was ich liebte. Das Kindliche, das Unbeschwerte, die Freiheit und die Kreativität.

Ich habe in Wirklichkeit nicht mehr das gemacht, was ich liebe. Ich befand mich unter stetiger Angst. Ich muss besser werden, ich muss gut aussehen, ich muss erschaffen – ansonsten bin ich nichts wert. Zusätzlich wurde mir wehgetan, von Menschen, die ich als Freunde erachtete. Leider waren es Menschen, mit denen es mich besonders glücklich gemacht hat, zu arbeiten. Die Freude, die Liebe zur Kunst, ja, sie zersetzte sich langsam.

Es war das Beste, was ich tun konnte, langsamer zu machen, bevor sie komplett weg war.. Ich machte wenig, aber dafür das, was mich glücklich macht. Ich verbrachte einige wenige, aber herrliche Shootingtage mit tollen Menschen, allen voran einen wundervollen Tag im Schloss Hummelshain, und ich merkte, wie ich wieder mehr Kraft bekam.

Deswegen kam ich zu folgendem Schluss, als ich über neue Ziele nachdachte:
Ich werde das machen, was ich liebe. Kunst soll mein Leben nicht erschweren, Kunst soll mir das Gefühl geben, dass ich frei bin – sie ist das Kind in mir. 

Im Alltag arbeite ich stetig daran, Werte und Tugenden zu verinnerlichen. Ich möchte ein Mensch sein, zu dem ich als Kind aufgesehen hätte.

Ich gebe mein bestes, furchtlos und mutig sein, mich dann einzumischen, wenn es nötig ist, und aufrichtig und ehrlich sein. Ich arbeite daran diszipliniert, und zielbewusst zu sein. Für mich als private Person, ist es nun ein großes Ziel uneingeschränkt reflektiert, objektiv, ruhig, demütig und gelassen zu werden. Ich möchte nicht, dass ich mein Leben egoistisch gelenkt von meinen Leidenschaften und Emotionen verbringe. Ich möchte zum Wohle aller, und somit auch zu meinem, handeln.

Doch das muss und will ich nicht in meiner Kunstperson sein. Sie ist der Teil in mir, der Kind ist. Sie hat Angst, sie ist wütend, sie ist gelenkt von Emotionen aller Art. Sie ist das Mädchen, was unabdingbar hasst, welches traurig ist, und das auch ohne Grund. Sie liebt stärker als sie sollte und sie wird auch die Falschen lieben, wenn sie es will. Egoistisch und sorglos – wie ein Kind. Sie ist ja auch ein Kind. Sie trägt nicht nur den Namen meiner Kindheit, sie ist es. Weitsicht kennt sie nicht. Sie ist nicht vorrausschauend. Sie ist es, die ihre größten Stärken und Schwächen zeigt, sie wird mit den schlimmsten Ängsten konfrontiert, sie ist es, die immer mehr will, sie ist es, deren Lieben groß und wundervoll sind, um dann schmerzvoll zu enden. Sie träumt unrealistisch und lebt in einer anderen Welt. Sie trägt ständig eine andere Maske, sie lügt, aber ist auch gnadenlos ehrlich, wenn sie es will.

Und mit ihr lerne ich, wie ich leben kann. Sie ist das, was in mir wohnt, was mich aber nicht kontrollieren darf. Aber in der Kunst darf sie es.

Damit das so bleibt, damit mir die Kunst weiterhin gut tut, muss sie so frei bleiben.

Und die Freiheit meiner Kunst, ist mein Ziel.

Denn nur so, tue ich, was ich liebe.

Fotos: Alexander Ott - AOM studio

Sonntag, 3. Januar 2016

Zweifel an der Stille

Ich habe noch nie so geliebt. Wie kann es Stille geben, wenn dies so in mir existiert? Wie kannst du neben mir sitzen, ohne die stechenden Schreie zu hören, die dir davon berichten, wie sehr du geliebt wirst?

Tatsächlich ist dein Glück ein essentieller, nicht trennbarer Anteil meines Selbst geworden. Du gehörst zu mir. Mein eigenes Wohl, meine Wünsche, Träume, sie sind nichtig, wenn man sie vergleicht mit deinem Wohlergehen. Jede Eifersucht, jeder Stolz, alles wäre eine Beleidigung der Liebe zu dir. Stattdessen will ich alles tun, um dir zu geben, was du dir wünschst. Ich fürchte, dass es ewig so bleiben wird.

Niemals wirst du mich verletzen können. Ewig gefesselt durch Ehrlichkeit. Ich werde niemals eine Wunde von dir tragen. Stattdessen werde ich dich weiter lieben, und ich werde mich niemals satt lieben, denn du wirst mir niemals auch nur etwas geben von dem ich überdrüssig werden könnte. Ich fühle dich, wo immer ich bin. Und ich würde mir wünschen, dass du merkst, dass du dich niemals einsam fühlen musst, denn es ist Jemand da, der dich begleitet, auch wenn du es weder siehst, noch weißt.

Ich zweifel an der Essenz dieser Liebe. Sie wirkt nicht wie eine gewöhnliche Liebe zwischen Mann und Frau. Es fühlt sich nicht an wie dieser biologische Prozess, der eine Fortpflanzung zum Ziel hat. Sie ist ziellos. Ich habe mich nicht in den Menschen verliebt, ich falle für deine Seele. Das, was du nach außen hin zeigst, das liebe ich auch, aber mehr als Zeichen dessen, als Ergebnis, eine abgeschwächte Variante. Bedingungslos liebe ich. Ich will nichts von dir zurück. Ich will dich einfach lieben. Und ich will nicht mehr aufhören damit.

Wenn deine Augen wirklich ein Tor sind, dann möchte ich nichts anderes als dort durchzugehen. Ich möchte dir nahe sein.

Und eine körperliche Nähe lässt mich erbeben vor Euphorie, als würdest du nicht mich umarmen, sondern meine Seele, die ich dir darreiche. Du kennst sie als einziger. Das macht aber eine körperliche Nähe auch nicht zwingend notwendig. Nichtmal räumliche Nähe. Denn es ist meine Seele, die auf Wanderschaft geht und dir nahe ist, egal wo, egal wann. Wann auch immer du ein Streicheln auf deiner Wange fühlst, wann auch immer dir ein Lächeln über die Lippen huscht, wann auch immer es dir gut geht, ohne Grund, sei dir sicher, dass ich es bin, die dich liebkost.

Du bist der Moment, wenn ich nachts aufstehe, weil ich nicht schlafen kann. Wenn ich kein Licht anmache und im Dunkeln in die Küche gehe, das Fenster öffne, und mich auf das Fensterbrett setzte. Stetig bereit mich hinabzustürzen. Doch die Möglichkeit habe ich morgen auch noch. Ich zünde mir eine Zigarette an und schaue über die dunkle Stadt, mit ihren Lichtern, die sich einsam der Finsternis stellen. Ich sitze da und mir wird langsam kalt. Doch ich genieße es. Ebenso wie die Ruhe. Einen seltsamen Trost spendet mir die Nacht. Manchmal beweine ich dann etwas, manchmal lache ich, manchmal starre ich einfach nur. Es sind wohl meine ehrlichsten Momente, ein Augenblick meines tiefsten Ichs bis zum erlischen der Zigarette. Und du bist das. Dieser Moment, immer, wenn du da bist. Diese Momente retten mich immer wieder.
Du bist der Segen, der Trost der Nacht. Eine liebevolle Melancholie, deren Schönheit Einen zum Weinen bringt. Die Symphonie an Sternen die mit aller Kraft gegen das warme Licht der Laternen ankämpft. Ein Abgrund vor mir, eine letzte Möglichkeit, Hoffnung. Die Ehrlichkeit der Gedanken. Ich.

Mit diesen Worten niedergeschrieben, verlässt mich jeder Mut. Ich fühle mich hoffnungslos.


Fotos, editing: Castiel
Model, Make-Up: Tessajeancook

Samstag, 7. November 2015

Come undone, oder: irren durch den Wald

Alisa (von A to Z Photography) hat mich auf Grund eines Aufrufs von mir angeschrieben, in dem ich nach kreativen Fotografen gesucht habe. Warum? Es ist einfach schön seine Passion mit Leuten zu teilen, die ebenso empfinden. Ich finde das auch super wichtig für gute Fotos.
Sie wirkte gleich super sympathisch. Auch das finde ich sehr wichtig, bei freien Projekten muss man sich ergänzen. Nun denn,  nach einer langen Pause, da wir beide im Urlaub waren, fanden wir uns also zusammen. Schnell war ein Thema ausgearbeitet. Wir hatten ähnliche Ideen und so ging es sehr fix. Auch die Location war schnell gefunden - Alisa hat im internet recherchiert und einen tollen Fluss gefunden, der etwa eine Stunde Fahrt von meinem Wohnort entfernt ist. Sie bot auch sofort an, mich mitzunehmen, was es natürlich deutlich einfacher für mich macht, da ja auch unser Auto vor kurzem kaputt gegangen ist. Sie fragte mich auch, ob es OK. ist, wenn ein anderer, befreundete Fotograf, Robin von Mendel, mit kommt. Und sie schickte mir den Vertrag vorher zu. Was will man als Model mehr?? Eine unkomplizierte Vorbereitung, in der alles vorher abgeklärt wird - so soll es sein!
Am Abend vorher packte ich mich meine Sachen; so mache ich das immer. Nur das Make-Up blieb draußen, ich schminke mich vor einem Shooting immer zuhause, um dann beim Shooting selbst  Zeit zu sparen. (Ich muss mich dann höchstens nochmal nachschminken für das erste Set) Wie immer schminkte ich mich rechtzeitig vorher. Und ich packte auch ein Mückenspray mit ein, da wir an einem Fluss in einem Wald shooten wollten. Und mit 80 000 Mückenstichen nach Hause zu kommen, ist ja auch nicht so super. :D
Alisa und Robin holten mich also vom Bahnhof ab; und dann begann unsere Odyssee. Ja, Odysee. Wir wurden über einen Feldweg geschickt, der als Straße deklariert wurde. Zum Glück verstand ich mich mit beiden auf Anhieb super und so wurde es eine witzige Fahrt, bei der wir auch viel lachten. :)
Nachdem wir endlich am Ziel angekommen waren, war unsere Suche aber dennoch noch nicht am Ende. Wir mussten den Fluss auch noch finden. Irgendwann, nach ein paar extrarunden durch den Wald, fanden wir ihn aber.
Und wie begeistert ich war. Diese riesigen Steine waren einfach beeindruckend; gerade in der Masse! Robin und ich hüpften erstmal fröhlich von Stein zu Stein. Dann ging es los; alisa hatte zwei Kleider mitgebracht;  beide weiß und sehr verspielt. Ich zog mich also an und wir suchten uns ein paar schöne Plätze auf den Steinen. Nicht sehr bequem zu posen, aber was tut man nicht alles für tolle Fotos. :)
Zunächst blieben wir auf den Steinen. Doch wir hatten eigentlich ein Wassershooting geplant.. der einzige Haken: das Wasser war wirklich sehr sehr kalt.  Und ich meine damit WIRKLICH kalt. Ich wollte dennoch unbedingt die Wasser Fotos haben;  also stellte ich mich erstmal nur ins Wasser, und dann setzte ich mich auch hinein. Zwischenzeitlich dachte ich wirklich, dass es nicht mehr geht; aber: es ist letztendlich alles doch nur eine Kopfsache. Wir zogen unser Ding durch und danach wickelte ich mich schnell in Handtücher und stellte mich in die Sonne. So ging es.
Das letzte Outfit war schwarz, weswegen ich mich erstmal neu schminkte. Die Augen schwarz/grau und die Lippen dunkellila, so wie das blumenhaarteil, welches Alisa mir gegeben hatte. Dann zog ich noch ein Taillenkorsett über das Kleid und wir drapierten noch schwarze Stoffe unter dieses. Wir begannen damit auf dem Feld mit der schönen untergehenden Sonne im Hintergrund zu fotografieren. Alisa wollte auch für ihren kleinen Imagefilm ein paar Aufnahmen haben, also filmte sie mich auch noch dabei, wie ich auf dem Feld auf und ab ging.
Schließlich sollte der harte Teil kommen: ich sollte mich komplett in das eiskalte Wasser legen. Ich stand da also in dem Wasser und fror mir meine Füße ab und dachte drüber nach, wie ich mich mental denn darauf
vorbereiten sollte. Dann sagten Robin und Alisa, dass sie fertig sind. Und ich dachte mir: "Ach. Egal. Mach einfach." und legte mich komplett in das Wasser. Manchmal darf man nur nicht zu sehr nachdenken. Wirklich sehr unangenehm war nur, dass der Oberkörper auch so kalt war, so wechselte ich nach ein paar liegenden Aufnahmen wieder ins Sitzen. Es hieß ausharren. (Und dabei möglichst gut aussehen, selbstverständlich. Und posen. :) )ich war ehrlich erleichtert als die beiden sagten, dass sie das Set im Kasten hatten.
Schnell kletterte ich aus dem Wasser, trocknete mich ab und zog mir trockene Kleidung an. Es kam mir so wunderbar vor, wieder aus dem kalten Wasser zu sein. Letztlich packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Heimweg.
Ich muss sagen, dass dieses Shooting so eines war, weswegen ich ursprünglich angefangen habe mit dem Modeln. Es hat so unheimlich viel Spaß gemacht mit zwei so netten, kreativen und Talentierten Menschen zusammen zu arbeiten. Die beiden achteten auch immer darauf, dass es mir gut geht und betonten immer, dass wenn es mir zu kalt werden sollte, wir abbrechen. Wir haben sehr viel geschafft in den 4 Stunden Shooting. Und die Location war ein Traum! Es gäbe wohl nichts, was ich mir besser gewünscht hätte. Außer vielleicht die Temperatur des Wassers, aber jetzt, wo ich daheim meinen fettarmen, zuckerreduzierten, Soja - Chat - Latte trinke (Spaß; ich wollte auch mal cool sein, aber ich trinke "nur" einen kakao),  kommt mir das auch nicht mehr so schlimm vor.

Und wenn ich mich nicht ins eiskalte Wasser lege, wer denn dann? :)

Credits:
Model, Make-Up: Tessajeancook
Photo, editing: A to Z Photography
Assistant: Robin von Mendel Fotografie / Film

Trial to trier, oder: manchmal findest du auf dem Weg, was du suchst

Im Rahmen meiner Deutschlandreise fragte mich Andrej Koch von Photography by Andrej Koch ob ich auch in Trier halt machen würde; denn dort findet am 19.09.2015 ein Event der Universität Trier "Foto-Uni" statt. Natürlich nahm ich das Angebot da als Model für die Live-Shootings zu sein, bei dem Programm, was geboten war, an. Unter Anderem würden Jamari Lior und Calvin Hollywood dort Vorträge halten.

Ich investierte sehr viel Herzblut in die Planung, denn meine ursprünglich geplante Schlafmöglichkeit in Duisburg konnte dann doch nicht. Zum Glück fand ich dann aber Schlafmöglichkeiten in Würzburg, was zwar am Samstag eine Zugfahrt von insgesamt 11h versprach, das Ganze aber bezahlbar und möglich machte.
Das freiwillige soziale Jahr im Bereich Kultur hinterlässt Spuren.
Freitag fuhr ich also nach Würzburg. Relativ spontan fragte Gregor, bei dem ich ursprünglich von Freitag auf Samstag unterkommen wollte, ob ich Lust auf eine Hausfeier bei einem ehemaligen FSJ-Kollegen, Lucas, hätte. Mir war es egal, da ich vor Allem einen Schlafplatz brauchte und ich Lucas auch sehr gerne habe. Also landete ich spontan Freitag auf einer Hausfeier, die auch wirklich sehr schön war.

Am nächsten Morgen musste ich bereits um 7.34 Uhr mit dem Zug fahren, was bedeutete, dass ich nach 3 Stunden Schlaf mit der Straßenbahn los musste. Dann begann meine Zug Odysee von Würzburg über Frankfurt nach Neubrücke (Nahe). Ziemlich problemlos klappte alles und ich war pünktlich bei der Uni. Ich machte mir ziemliche Gedanken, da ich leider ein blaues Auge hatte. Ich hatte große Sorgen, ob das stören würde und setzte meine Hoffnungen auf die Visagistin vor Ort.

Visagistin Viktoria Janz bei der Arbeit
Ich wurde gleich von einer sehr netten Person durch den Backstagebereich geführt. Ich war schon ziemlich aufgeregt, aber das wurde ziemlich gut genommen. Nachdem ich angekommen bin und eine geraucht habe, wurde das vertragliche geregelt und ich rutschte früher bei der Visa hinein, eigentlich war ich um 15 Uhr dran. Die Visagistin war einfach klasse, sie zauberte ein wundervolles Make-Up und kaschierte mein blaues Auge grandios. Und so stand ich um 14 Uhr auch schon auf der kleinen Bühne bei einem Live-Shooting. Es war sehr ungewohnt und anstrengend. Gleichzeitig auf so viele Fotografen zu achten war sehr schwer! Aber ich denke, dass ich es ganz gut gemacht habe. Ich genoss die Erfahrung, wobei es für mich noch undefinierbar ist, ob es mir Spaß gemacht hatte, oder es nur anstrengend war.

Ein paar Mal fragten mich Fotografen dann auch noch, ob ich mit ihnen noch draußen Fotos machen will, auch das tat ich. Ansonsten lauschte ich Jamari Lior und Calvin Hollywood, von denen ich sehr begeistert war.

Ganz am Schluss kamen die letzten Models, die noch da waren nochmal gemeinsam auf die große Bühne. Auch das war sehr ungewohnt - und überwältigend. Man fühlt sich so wichtig!

Fazinierend fand ich vor Allem, dass ich schon ein bisschen "the odd one out" war. Ich bin kleiner als die meisten anderen Models und habe einen anderen Stil; dennoch wurde ich gut aufgenommen. Davon war ich begeistert.

Foto: Nathalie Alten Fotografie
Leider musste ich dann gleich noch weiter um meinen Zug zurück zu erwischen; dadurch konnte ich leider mit dem einen oder anderen Fotografen keine Fotos mehr machen. Doch habe ich mich sehr in die Landschaft verliebt und will so gerne nochmal zurück.

Auch die Zugfahrt zurück verlief ohne Probleme. Der liebe Tobias, den ich bei der Segelfahrt in Holland und auf meiner Geburtstagsfeier kennen und lieben gelernt habe, holte mich in Würzburg auch vom Bahnhof ab. Das wohl gemerkt um halb 12 nachts.

Und tatsächlich lernte ich in Würzburg eine sehr wichtige Lektion, wodurch das Highlight des Wochenendes nicht in dieser großen Erfahrung in Trier lag, sondern in dieser wunderschönen Stadt Würzburg.

Tobias hat eine wundervolle, klein Wohnung dort. Und einen tollen Balkon mit Hängematte, Sofa und Blick über die Stadt. Bei ihm angekommen bot er mir ein Bier an und wir fielen ziemlich fertig ins Bett. Entschlossen dafür, nichts all zu anstrengendes mehr zu machen, zeigte er mir eine tolle Dokumentation, die pures Fernweh auslöste. Sie war nur mit Musik unterlegt und zeigte fantastische Aufnahmen aus aller Welt. Es war sehr schön einfach da zu liegen, zu quatschen und Bier zu trinken. Tobias ist ein lange Zeit gereist und konnte sehr viel erzählen. Es war wirklich fazinierend. Beim zweiten Teil der Dokumentation schlief ich dann ein.

Am nächsten Morgen wurde ich sanft von der Sonne geweckt, da Tobi noch schlief, setzte ich mich auf den Balkon und schaute der Sonne hinter Würzburg beim Aufgehen zu. Danach ging ich duschen und machte mich fertig. So ging ich erstmal alleine auf Erkundungstour durch diese wundervolle Stadt. Wenig darauf hatte ich ein Shooting mit Ralf D. Wegener und Ralph Steffen Friedlein von netlife1.de . Die beiden waren sehr nett, gaben mir einen Kaffee aus und dann ging es los im Hafen von Würzburg. Die Zeit verging sehr schnell und wir lachten und redeten viel. Es war wirklich eine super Atmosphäre! Danach saßen wir noch im Burger King und ich bekam nochmal einen Smoothie geschenkt. Ich liebe es Erfahrungen auszutauschen. (:

Wieder bei Tobias lagen wir erstmal rum. Er hatte eine sehr leckere Kürbissuppe gekocht und ist allgemein ein super Gastgeber. Spontan beschloss ich nochmal einen Tag länger in Würzburg zu bleiben. Ich fühlte mich einfach wohl. Danach gingen wir abends zu der Burg hoch; und ich war begeistert vom wundervollen Würzburg. Natürlich war es auch ein Vorteil, dass mir ein Fotograf die Stadt zeigte; die haben ja bekanntlich ein Auge für schöne Stellen.

Abends schauten wir uns dann ein paar Filme an, die mich ebenso wie die Dokumentation am Tag zuvor begeisterten. Ich war ein bisschen verstört, da die Filme keine leichte Kost waren und ich sehr sensibel bin. Tobias kümmerte sich dann sehr lieb um mich. Allgemein gab es keinen Moment gab, in dem ich von ihm nicht begeistert war, er ist ein toller Mensch.

Am Montag wachte ich wieder von der Sonne geweckt auf und ich hatte spätestens da mein Herz an diese Stadt verloren. Tobi zeigte mir nochmal die Innenstadt und die Residenz in Würzburg und danach fuhr ich heim. Eine ziemliche Melancholie ergriff mich im Fernbus - ich fand die Stadt einfach wunderschön und habe die Zeit auch dank unheimlicher toller Gastgeber sehr genossen.

Foto: netlife1
Manchmal ist wirklich der Weg das Ziel. Wie meine Zeit in Würzburg; es war als Zwischenhalt gedacht und wurde dann zum besten Erlebnis meines Septembers bisher.(Später wurde es tatsächlich von Dresden getoppt, aber das wusste ich als ich diesen Eintrag schrieb ja noch nicht. :) )

Dienstag, 3. November 2015

Bliss; oder: Hoffnungsloser Kitsch, der mir dennoch viel bedeutet

Es wird ist an der Zeit, dass wir unseren Ängsten, Sorgen und unserem Hass entsagen und dem Leben in all' seiner Pracht die Möglichkeit geben sich zu entfallten.

Photo, editing: A to Z Photography
Betrachtet die Welt um euch wieder so, als wäre euch noch nie das Herz gebrochen worden. Verliebt euch aufs Neue in seine Farben, Formen, Gerüche und Geräusche. Ich verliebe mich in jede Stadt, jeden Menschen, jeden Augenblick - ich verliere mein Herz an all jenes, was ich erlebe. Ich liebe es den immer wiederkehrenden Weg nach Haus anzutreten, dieselbe Straße habe ich schon zum hundersten mal gesehen und trotzdem entdecke ich immer wieder neue Wunder. Und ich versinke in Städten, die ich das erste mal erblicke und ich will für immer verweilen – ich lasse ein Stück von mir in ihnen, damit ich mir Etwas mitnehmen darf, und wenn ich wiederkehre, dann wird mich begrüßen, was ich einst zurücklies und mir zeigen, was sich verändert hat. Ich lebe mein Leben und liebe es, und ich lasse mich fallen in das Leben derer, die ich liebe, ich zehre von ihrem Glück, lasse mich inspirieren und führen, gebe meine ganze Verantwortung ab, denn solange sie da sind, wird mir nichts passieren. Und dann erwache ich. Wie ein Schnitt werde ich abgetrennt, starre zurück und Tränen laufen mir über die Wange. Und dann lächel ich über mich selbst. Das Kind, was nicht loslassen kann – und ich hauche einen Kuss zurück für die Zeit, die ich verbringen durfte, lächel und gehe wieder in mein Leben.


Und auch das erfüllt mich mit Glück. Ich liebe den Moment in dem ich aus dem Fenster blicke und melancholisch an das Vergangene denke, und ich liebe den Moment in den ich verstehe, was ich erreicht habe - ich will der Mensch sein, der ich als Kind immer sein wollte. Und jedesmal wenn ich zurückblicke, merke ich, dass ich tatsächlich wieder einen Wimpernschlag näher an diesen Menschen bin.


Ich lebe für das wundervolle Geschenk des Lebens. Aus Achtung des Lebens wird Glück geboren. Gegenüber Anderen als auch einen Selbst. Ich habe aufgehört zu denken, dass ich etwas besseres wäre und ich habe aufgehört zu glauben, ich wäre schlechter. Beides zeugt von einer Arroganz, die kaum zu ertragen ist - wir wollen alle anders sein und machen uns dadurch zu einen weiteren Soldaten der Armee der Gleichen. Ich hasse aus reiner Selbstachtung nicht mehr; denn Hass und Wut wird uns nur in jenes verwandeln, was ihr zu hassen glauben. Die Menschen sind nicht schlecht, sie reagieren nur auf ihre Umwelt und eine Welt voller Hass und Zukunftsängste kann nur Menschen hervorbringen, die man allzu leicht hassen kann. Schaut sie euch an - kein Hass wird ihnen jemals wieder etwas anhaben, sie zu etwas besseren formen, denn sie sind abgehärtet und kalt. Und ich lebe nicht für den Hass. 

Wir sind Menschen, wir leben in der selben Welt, und wir sollten diese Welt und das Leben lieben. Hört auf euch zu hassen. Zu oft sind schlimme Taten aus Selbsthass entstanden. Zu oft verursachten wir zu viel Leid, um unseren Schmerz zu lindern und alles was daraus hervorgeht ist weiteres Leid und mehr Hass. Der Morgen an dem du in den Spiegel schaust und dich selbst lieben kannst, wird der Tag werden, an dem du glücklich wirst. Dein Glück hängt nicht an Jemand Anderen oder an materiellen Dingen. Am Ende deines Lebens wirst du nicht mehr wissen, ob und wann du am Ende des Monats nur Nudeln mit Tomatensauce gegessen hast, du wirst dich aber daran erinnern, dass du dein letztes Geld für 80 Portionen Nudeln mit Tomatensauce ausgegeben hast für eine umwerfende Feier mit fantastischen Menschen, an der ihr am Ende die Nudeln nicht gegessen habt. (Und dadurch hattest du dann dein Essen für die nächsten 80 Tage.)

Unnötige Ängste begleiten uns zu oft. Denn letztlich sind es nur selten Dinge, an denen wir gerade etwas ändern können. Also lasst es doch die Probleme deines zukünftigen Ichs sein. Und wenn man gerade darauf Einfluss nehmen kann, dann werdet mündig und agiert. Wir machen unser Schicksal selbst. Eure Träume werden seltenst von alleine wahr. Kämpft und macht etwas dafür. Aktiv. Erwacht aus dieser schrecklichen Passivität in der sich zu viele ausruhen und sich selbst bemitleiden. Aber macht dies ohne Angst. Denn die wird euch immer nur die Flügel nehmen. 


Ich habe eine Reise angetreten von der ich das erste Mal ohne Zweifel sagen kann, dass es die Richtige ist. Vielleicht gibt es kein Ziel. Ich merke, dass ich mich stetig weiterentwickle. Und ich merke, wie die Freiheit in mein Leben zurückkehrt. Ich lache ehrlicher als jemals zuvor und ich wache voller Leben auf. Voller Liebe. Ich habe mich losgesagt von der Angst, die doch viel zu lange mein Leben definierte und ich weine nur noch in dem Bewusstsein, dass ich eines Tages wieder nicht mehr weinen werde. Wenn ich nun also diesen Text vervollständige mit Tränen in den Augen und mir wieder Bilder in den Kopf kommen, die mich noch mehr weinen lassen, dann weine ich nicht mehr aus Trauer. Ich weine darum, dass ich überfordert bin, ich weine, weil ich weiß, dass ich noch nicht fertig bin. Wie alle Menschen bin ich nicht frei von Angst, aber ich lasse mich nicht mehr beherrschen. Ich habe Angst vor dem Glücklichsein, doch ich akzeptiere sie, und das nimmt ihr allen Fahrtwind. Sie wird mir nichts mehr anhaben.


Ich habe mein Herz verloren und will es gar nicht mehr wieder, denn es ist das Beste, was mir jemals passiert ist und mir jemals passieren wird. Ich habe mich in dieses Leben verliebt. Trotz aller Widrigkeiten und Allem, was mir widerfahren ist, trotz aller Prognosen, der Menschen, die sagten, ich werde niemals glücklich sein, den Dogmen, die man meinem Leben auferlegt hatte, dabei allen voran meinen eigenen, dass ich niemals ältere als zwanzig werden würde und sowieso kein Glück verdient hätte, zu Trotz. Hätte man es mir mit Zwölf oder Dreizehn erzählt, dass ich jemals so einen Text verfassen würde, ich hätte gelacht, aber es wäre nicht dieses ehrliche Lachen gewesen, was ich nun mein eigen nennen kann, sondern ein kaltes, verzweifeltes, von Hass und Trauer erfülltes Lachen. Inzwischen glaube ich daran, dass ich eine schöne Seele habe. Und aufeinmal scheinen Träume nicht mehr unerreichbar zu sein.


Ich danke denjenigen, die mir zeigten, dass das Leben schön ist.

Ich danke den schönsten Menschen dieser Welt, auch wenn sie es vielleicht niemals realisieren werden, welches Geschenk sie mir gegeben haben.

Danke dir Benjamin, 
der du mit deiner gelebten Philosophie der "Probleme des Zukunftsbenni" Recht behalten solltest. 
Danke dir Paul, 
der du stetig da warst.
Danke dir Michel-Philippe,
der du das Tor zu einer anderen Welt geöffnet hast und Gedanken formtest, welche ich nie zuvor erdacht habe. 
Danke dir Glenn, 
der du wohl unbewusst und deswegen umso schöner meinen Befreiungsschlag eingeleitet hast,
und danke dir, Stephan,
der du mir zeigtest, dass das Leben schön ist. 
Ich hoffe ihr vergebt mir, was ich mir von euch mitgenommen habe, denn ich habe niemals vor, es zurückzugeben.

Und ich danke Denjenigen, die mir überhaupt die Chance auf ein Leben wie dieses gaben,
Manuela und Gunter.

Anmerkung:
Die Bilder die ich hier verwendet habe, stammen aus meinem Shooting mit Lia und Alisa im Schloss Hummelshain - sie drücken für mich genau jenes aus; innere und äußere Schönheit, das Lossagen von Ängsten und Hass, das Aufblühen von Träumen... Aufbegehren und Befreiung. Das ist nur meine Meinung zu den Bildern, und der eigentliche Blog zum Shooting mit den beiden wird noch folgen. Ich verlinke ihn dann hier. Natürlich müssten hier Bilder von eben jenen wundervollen Menschen zu sehen sein, denen ich so viel verdanke, doch  eigentlich wissen diese ja selbst, wer sie sind.

Credits:
Photo, editing: Liancary.
Model, Make-Up: Tessajeancook
Assistant, Hair: A to Z Photography
Dress: Aviatrix
Location: Schloss Hummelshain