Freitag, 8. Januar 2016

Von alten Wegen und neuen Ziel; oder: Das Kind in mir

Bereits im Herbst habe ich gemerkt, dass ich müde war. Wovon? Das konnte ich nicht greifen.
Es hat vielleicht manch einer gemerkt, dass ich weniger Shootings gemacht habe als sonst. Nun, irgendwie hat alles sehr fade geschmeckt. Nach dem ich die Zeit hatte mich zu ordnen – nach der stressigen Weihnachtszeit habe ich mir ein paar Tage gegönnt, in denen ich meditierte, las, und zu mir kam – habe ich endlich eine Antwort dafür.


Ich liebe das Modeln, das Spielen mit dem Make-Up, das Eintauchen in eine andere Welt, die Menschen, die man dadurch kennenlernt. Also tat ich ja doch immer etwas, was ich liebte – warum war ich also dann so müde dessen?

Im September bin ich quer durch Deutschland gereist. Was ich nicht wusste war, dass es nicht nur eine Reise zu alten Freunden werden würde, sondern auch eine Reise zu mir. So viele Eindrücke begleiteten mich, die Sicherheiten alter Freundschaften mit den Reizen neuer Menschen, neuen Orten und neuen Erlebnissen. Ich lernte eine andere Sichtweisen. Am Ende der Reise war ich in Dresden. Und ich verlebte eine wundervolle Zeit. Ich hatte das Gefühl, dass ich bedingungslos aufgenommen worden bin. Die Zeit war gekommen, meine Masken abzulegen. Sorglos lebte ich in den Tag, wie ein wohlgehütetes Kind. Wenn ich ein Glas Wein zu viel getrunken hatte, schlummerte ich friedlich für mich, ich hinterfragte nicht, ob ich mich jetzt lächerlich mache. Ich hatte seit langer Zeit das Gefühl, dass ich es gar nicht konnte. Ich lachte viel in diesen Tagen.

Als ich zurückkam, hatte ich keine Lust. Keine Lust auf Shootings, Make-Up und Trubel.

Ich weiß jetzt warum. Mir wurde gezeigt, was es war, was ich liebte. Das Kindliche, das Unbeschwerte, die Freiheit und die Kreativität.

Ich habe in Wirklichkeit nicht mehr das gemacht, was ich liebe. Ich befand mich unter stetiger Angst. Ich muss besser werden, ich muss gut aussehen, ich muss erschaffen – ansonsten bin ich nichts wert. Zusätzlich wurde mir wehgetan, von Menschen, die ich als Freunde erachtete. Leider waren es Menschen, mit denen es mich besonders glücklich gemacht hat, zu arbeiten. Die Freude, die Liebe zur Kunst, ja, sie zersetzte sich langsam.

Es war das Beste, was ich tun konnte, langsamer zu machen, bevor sie komplett weg war.. Ich machte wenig, aber dafür das, was mich glücklich macht. Ich verbrachte einige wenige, aber herrliche Shootingtage mit tollen Menschen, allen voran einen wundervollen Tag im Schloss Hummelshain, und ich merkte, wie ich wieder mehr Kraft bekam.

Deswegen kam ich zu folgendem Schluss, als ich über neue Ziele nachdachte:
Ich werde das machen, was ich liebe. Kunst soll mein Leben nicht erschweren, Kunst soll mir das Gefühl geben, dass ich frei bin – sie ist das Kind in mir. 

Im Alltag arbeite ich stetig daran, Werte und Tugenden zu verinnerlichen. Ich möchte ein Mensch sein, zu dem ich als Kind aufgesehen hätte.

Ich gebe mein bestes, furchtlos und mutig sein, mich dann einzumischen, wenn es nötig ist, und aufrichtig und ehrlich sein. Ich arbeite daran diszipliniert, und zielbewusst zu sein. Für mich als private Person, ist es nun ein großes Ziel uneingeschränkt reflektiert, objektiv, ruhig, demütig und gelassen zu werden. Ich möchte nicht, dass ich mein Leben egoistisch gelenkt von meinen Leidenschaften und Emotionen verbringe. Ich möchte zum Wohle aller, und somit auch zu meinem, handeln.

Doch das muss und will ich nicht in meiner Kunstperson sein. Sie ist der Teil in mir, der Kind ist. Sie hat Angst, sie ist wütend, sie ist gelenkt von Emotionen aller Art. Sie ist das Mädchen, was unabdingbar hasst, welches traurig ist, und das auch ohne Grund. Sie liebt stärker als sie sollte und sie wird auch die Falschen lieben, wenn sie es will. Egoistisch und sorglos – wie ein Kind. Sie ist ja auch ein Kind. Sie trägt nicht nur den Namen meiner Kindheit, sie ist es. Weitsicht kennt sie nicht. Sie ist nicht vorrausschauend. Sie ist es, die ihre größten Stärken und Schwächen zeigt, sie wird mit den schlimmsten Ängsten konfrontiert, sie ist es, die immer mehr will, sie ist es, deren Lieben groß und wundervoll sind, um dann schmerzvoll zu enden. Sie träumt unrealistisch und lebt in einer anderen Welt. Sie trägt ständig eine andere Maske, sie lügt, aber ist auch gnadenlos ehrlich, wenn sie es will.

Und mit ihr lerne ich, wie ich leben kann. Sie ist das, was in mir wohnt, was mich aber nicht kontrollieren darf. Aber in der Kunst darf sie es.

Damit das so bleibt, damit mir die Kunst weiterhin gut tut, muss sie so frei bleiben.

Und die Freiheit meiner Kunst, ist mein Ziel.

Denn nur so, tue ich, was ich liebe.

Fotos: Alexander Ott - AOM studio

Sonntag, 3. Januar 2016

Zweifel an der Stille

Ich habe noch nie so geliebt. Wie kann es Stille geben, wenn dies so in mir existiert? Wie kannst du neben mir sitzen, ohne die stechenden Schreie zu hören, die dir davon berichten, wie sehr du geliebt wirst?

Tatsächlich ist dein Glück ein essentieller, nicht trennbarer Anteil meines Selbst geworden. Du gehörst zu mir. Mein eigenes Wohl, meine Wünsche, Träume, sie sind nichtig, wenn man sie vergleicht mit deinem Wohlergehen. Jede Eifersucht, jeder Stolz, alles wäre eine Beleidigung der Liebe zu dir. Stattdessen will ich alles tun, um dir zu geben, was du dir wünschst. Ich fürchte, dass es ewig so bleiben wird.

Niemals wirst du mich verletzen können. Ewig gefesselt durch Ehrlichkeit. Ich werde niemals eine Wunde von dir tragen. Stattdessen werde ich dich weiter lieben, und ich werde mich niemals satt lieben, denn du wirst mir niemals auch nur etwas geben von dem ich überdrüssig werden könnte. Ich fühle dich, wo immer ich bin. Und ich würde mir wünschen, dass du merkst, dass du dich niemals einsam fühlen musst, denn es ist Jemand da, der dich begleitet, auch wenn du es weder siehst, noch weißt.

Ich zweifel an der Essenz dieser Liebe. Sie wirkt nicht wie eine gewöhnliche Liebe zwischen Mann und Frau. Es fühlt sich nicht an wie dieser biologische Prozess, der eine Fortpflanzung zum Ziel hat. Sie ist ziellos. Ich habe mich nicht in den Menschen verliebt, ich falle für deine Seele. Das, was du nach außen hin zeigst, das liebe ich auch, aber mehr als Zeichen dessen, als Ergebnis, eine abgeschwächte Variante. Bedingungslos liebe ich. Ich will nichts von dir zurück. Ich will dich einfach lieben. Und ich will nicht mehr aufhören damit.

Wenn deine Augen wirklich ein Tor sind, dann möchte ich nichts anderes als dort durchzugehen. Ich möchte dir nahe sein.

Und eine körperliche Nähe lässt mich erbeben vor Euphorie, als würdest du nicht mich umarmen, sondern meine Seele, die ich dir darreiche. Du kennst sie als einziger. Das macht aber eine körperliche Nähe auch nicht zwingend notwendig. Nichtmal räumliche Nähe. Denn es ist meine Seele, die auf Wanderschaft geht und dir nahe ist, egal wo, egal wann. Wann auch immer du ein Streicheln auf deiner Wange fühlst, wann auch immer dir ein Lächeln über die Lippen huscht, wann auch immer es dir gut geht, ohne Grund, sei dir sicher, dass ich es bin, die dich liebkost.

Du bist der Moment, wenn ich nachts aufstehe, weil ich nicht schlafen kann. Wenn ich kein Licht anmache und im Dunkeln in die Küche gehe, das Fenster öffne, und mich auf das Fensterbrett setzte. Stetig bereit mich hinabzustürzen. Doch die Möglichkeit habe ich morgen auch noch. Ich zünde mir eine Zigarette an und schaue über die dunkle Stadt, mit ihren Lichtern, die sich einsam der Finsternis stellen. Ich sitze da und mir wird langsam kalt. Doch ich genieße es. Ebenso wie die Ruhe. Einen seltsamen Trost spendet mir die Nacht. Manchmal beweine ich dann etwas, manchmal lache ich, manchmal starre ich einfach nur. Es sind wohl meine ehrlichsten Momente, ein Augenblick meines tiefsten Ichs bis zum erlischen der Zigarette. Und du bist das. Dieser Moment, immer, wenn du da bist. Diese Momente retten mich immer wieder.
Du bist der Segen, der Trost der Nacht. Eine liebevolle Melancholie, deren Schönheit Einen zum Weinen bringt. Die Symphonie an Sternen die mit aller Kraft gegen das warme Licht der Laternen ankämpft. Ein Abgrund vor mir, eine letzte Möglichkeit, Hoffnung. Die Ehrlichkeit der Gedanken. Ich.

Mit diesen Worten niedergeschrieben, verlässt mich jeder Mut. Ich fühle mich hoffnungslos.


Fotos, editing: Castiel
Model, Make-Up: Tessajeancook

Samstag, 7. November 2015

Come undone, oder: irren durch den Wald

Alisa (von A to Z Photography) hat mich auf Grund eines Aufrufs von mir angeschrieben, in dem ich nach kreativen Fotografen gesucht habe. Warum? Es ist einfach schön seine Passion mit Leuten zu teilen, die ebenso empfinden. Ich finde das auch super wichtig für gute Fotos.
Sie wirkte gleich super sympathisch. Auch das finde ich sehr wichtig, bei freien Projekten muss man sich ergänzen. Nun denn,  nach einer langen Pause, da wir beide im Urlaub waren, fanden wir uns also zusammen. Schnell war ein Thema ausgearbeitet. Wir hatten ähnliche Ideen und so ging es sehr fix. Auch die Location war schnell gefunden - Alisa hat im internet recherchiert und einen tollen Fluss gefunden, der etwa eine Stunde Fahrt von meinem Wohnort entfernt ist. Sie bot auch sofort an, mich mitzunehmen, was es natürlich deutlich einfacher für mich macht, da ja auch unser Auto vor kurzem kaputt gegangen ist. Sie fragte mich auch, ob es OK. ist, wenn ein anderer, befreundete Fotograf, Robin von Mendel, mit kommt. Und sie schickte mir den Vertrag vorher zu. Was will man als Model mehr?? Eine unkomplizierte Vorbereitung, in der alles vorher abgeklärt wird - so soll es sein!
Am Abend vorher packte ich mich meine Sachen; so mache ich das immer. Nur das Make-Up blieb draußen, ich schminke mich vor einem Shooting immer zuhause, um dann beim Shooting selbst  Zeit zu sparen. (Ich muss mich dann höchstens nochmal nachschminken für das erste Set) Wie immer schminkte ich mich rechtzeitig vorher. Und ich packte auch ein Mückenspray mit ein, da wir an einem Fluss in einem Wald shooten wollten. Und mit 80 000 Mückenstichen nach Hause zu kommen, ist ja auch nicht so super. :D
Alisa und Robin holten mich also vom Bahnhof ab; und dann begann unsere Odyssee. Ja, Odysee. Wir wurden über einen Feldweg geschickt, der als Straße deklariert wurde. Zum Glück verstand ich mich mit beiden auf Anhieb super und so wurde es eine witzige Fahrt, bei der wir auch viel lachten. :)
Nachdem wir endlich am Ziel angekommen waren, war unsere Suche aber dennoch noch nicht am Ende. Wir mussten den Fluss auch noch finden. Irgendwann, nach ein paar extrarunden durch den Wald, fanden wir ihn aber.
Und wie begeistert ich war. Diese riesigen Steine waren einfach beeindruckend; gerade in der Masse! Robin und ich hüpften erstmal fröhlich von Stein zu Stein. Dann ging es los; alisa hatte zwei Kleider mitgebracht;  beide weiß und sehr verspielt. Ich zog mich also an und wir suchten uns ein paar schöne Plätze auf den Steinen. Nicht sehr bequem zu posen, aber was tut man nicht alles für tolle Fotos. :)
Zunächst blieben wir auf den Steinen. Doch wir hatten eigentlich ein Wassershooting geplant.. der einzige Haken: das Wasser war wirklich sehr sehr kalt.  Und ich meine damit WIRKLICH kalt. Ich wollte dennoch unbedingt die Wasser Fotos haben;  also stellte ich mich erstmal nur ins Wasser, und dann setzte ich mich auch hinein. Zwischenzeitlich dachte ich wirklich, dass es nicht mehr geht; aber: es ist letztendlich alles doch nur eine Kopfsache. Wir zogen unser Ding durch und danach wickelte ich mich schnell in Handtücher und stellte mich in die Sonne. So ging es.
Das letzte Outfit war schwarz, weswegen ich mich erstmal neu schminkte. Die Augen schwarz/grau und die Lippen dunkellila, so wie das blumenhaarteil, welches Alisa mir gegeben hatte. Dann zog ich noch ein Taillenkorsett über das Kleid und wir drapierten noch schwarze Stoffe unter dieses. Wir begannen damit auf dem Feld mit der schönen untergehenden Sonne im Hintergrund zu fotografieren. Alisa wollte auch für ihren kleinen Imagefilm ein paar Aufnahmen haben, also filmte sie mich auch noch dabei, wie ich auf dem Feld auf und ab ging.
Schließlich sollte der harte Teil kommen: ich sollte mich komplett in das eiskalte Wasser legen. Ich stand da also in dem Wasser und fror mir meine Füße ab und dachte drüber nach, wie ich mich mental denn darauf
vorbereiten sollte. Dann sagten Robin und Alisa, dass sie fertig sind. Und ich dachte mir: "Ach. Egal. Mach einfach." und legte mich komplett in das Wasser. Manchmal darf man nur nicht zu sehr nachdenken. Wirklich sehr unangenehm war nur, dass der Oberkörper auch so kalt war, so wechselte ich nach ein paar liegenden Aufnahmen wieder ins Sitzen. Es hieß ausharren. (Und dabei möglichst gut aussehen, selbstverständlich. Und posen. :) )ich war ehrlich erleichtert als die beiden sagten, dass sie das Set im Kasten hatten.
Schnell kletterte ich aus dem Wasser, trocknete mich ab und zog mir trockene Kleidung an. Es kam mir so wunderbar vor, wieder aus dem kalten Wasser zu sein. Letztlich packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Heimweg.
Ich muss sagen, dass dieses Shooting so eines war, weswegen ich ursprünglich angefangen habe mit dem Modeln. Es hat so unheimlich viel Spaß gemacht mit zwei so netten, kreativen und Talentierten Menschen zusammen zu arbeiten. Die beiden achteten auch immer darauf, dass es mir gut geht und betonten immer, dass wenn es mir zu kalt werden sollte, wir abbrechen. Wir haben sehr viel geschafft in den 4 Stunden Shooting. Und die Location war ein Traum! Es gäbe wohl nichts, was ich mir besser gewünscht hätte. Außer vielleicht die Temperatur des Wassers, aber jetzt, wo ich daheim meinen fettarmen, zuckerreduzierten, Soja - Chat - Latte trinke (Spaß; ich wollte auch mal cool sein, aber ich trinke "nur" einen kakao),  kommt mir das auch nicht mehr so schlimm vor.

Und wenn ich mich nicht ins eiskalte Wasser lege, wer denn dann? :)

Credits:
Model, Make-Up: Tessajeancook
Photo, editing: A to Z Photography
Assistant: Robin von Mendel Fotografie / Film

Trial to trier, oder: manchmal findest du auf dem Weg, was du suchst

Im Rahmen meiner Deutschlandreise fragte mich Andrej Koch von Photography by Andrej Koch ob ich auch in Trier halt machen würde; denn dort findet am 19.09.2015 ein Event der Universität Trier "Foto-Uni" statt. Natürlich nahm ich das Angebot da als Model für die Live-Shootings zu sein, bei dem Programm, was geboten war, an. Unter Anderem würden Jamari Lior und Calvin Hollywood dort Vorträge halten.

Ich investierte sehr viel Herzblut in die Planung, denn meine ursprünglich geplante Schlafmöglichkeit in Duisburg konnte dann doch nicht. Zum Glück fand ich dann aber Schlafmöglichkeiten in Würzburg, was zwar am Samstag eine Zugfahrt von insgesamt 11h versprach, das Ganze aber bezahlbar und möglich machte.
Das freiwillige soziale Jahr im Bereich Kultur hinterlässt Spuren.
Freitag fuhr ich also nach Würzburg. Relativ spontan fragte Gregor, bei dem ich ursprünglich von Freitag auf Samstag unterkommen wollte, ob ich Lust auf eine Hausfeier bei einem ehemaligen FSJ-Kollegen, Lucas, hätte. Mir war es egal, da ich vor Allem einen Schlafplatz brauchte und ich Lucas auch sehr gerne habe. Also landete ich spontan Freitag auf einer Hausfeier, die auch wirklich sehr schön war.

Am nächsten Morgen musste ich bereits um 7.34 Uhr mit dem Zug fahren, was bedeutete, dass ich nach 3 Stunden Schlaf mit der Straßenbahn los musste. Dann begann meine Zug Odysee von Würzburg über Frankfurt nach Neubrücke (Nahe). Ziemlich problemlos klappte alles und ich war pünktlich bei der Uni. Ich machte mir ziemliche Gedanken, da ich leider ein blaues Auge hatte. Ich hatte große Sorgen, ob das stören würde und setzte meine Hoffnungen auf die Visagistin vor Ort.

Visagistin Viktoria Janz bei der Arbeit
Ich wurde gleich von einer sehr netten Person durch den Backstagebereich geführt. Ich war schon ziemlich aufgeregt, aber das wurde ziemlich gut genommen. Nachdem ich angekommen bin und eine geraucht habe, wurde das vertragliche geregelt und ich rutschte früher bei der Visa hinein, eigentlich war ich um 15 Uhr dran. Die Visagistin war einfach klasse, sie zauberte ein wundervolles Make-Up und kaschierte mein blaues Auge grandios. Und so stand ich um 14 Uhr auch schon auf der kleinen Bühne bei einem Live-Shooting. Es war sehr ungewohnt und anstrengend. Gleichzeitig auf so viele Fotografen zu achten war sehr schwer! Aber ich denke, dass ich es ganz gut gemacht habe. Ich genoss die Erfahrung, wobei es für mich noch undefinierbar ist, ob es mir Spaß gemacht hatte, oder es nur anstrengend war.

Ein paar Mal fragten mich Fotografen dann auch noch, ob ich mit ihnen noch draußen Fotos machen will, auch das tat ich. Ansonsten lauschte ich Jamari Lior und Calvin Hollywood, von denen ich sehr begeistert war.

Ganz am Schluss kamen die letzten Models, die noch da waren nochmal gemeinsam auf die große Bühne. Auch das war sehr ungewohnt - und überwältigend. Man fühlt sich so wichtig!

Fazinierend fand ich vor Allem, dass ich schon ein bisschen "the odd one out" war. Ich bin kleiner als die meisten anderen Models und habe einen anderen Stil; dennoch wurde ich gut aufgenommen. Davon war ich begeistert.

Foto: Nathalie Alten Fotografie
Leider musste ich dann gleich noch weiter um meinen Zug zurück zu erwischen; dadurch konnte ich leider mit dem einen oder anderen Fotografen keine Fotos mehr machen. Doch habe ich mich sehr in die Landschaft verliebt und will so gerne nochmal zurück.

Auch die Zugfahrt zurück verlief ohne Probleme. Der liebe Tobias, den ich bei der Segelfahrt in Holland und auf meiner Geburtstagsfeier kennen und lieben gelernt habe, holte mich in Würzburg auch vom Bahnhof ab. Das wohl gemerkt um halb 12 nachts.

Und tatsächlich lernte ich in Würzburg eine sehr wichtige Lektion, wodurch das Highlight des Wochenendes nicht in dieser großen Erfahrung in Trier lag, sondern in dieser wunderschönen Stadt Würzburg.

Tobias hat eine wundervolle, klein Wohnung dort. Und einen tollen Balkon mit Hängematte, Sofa und Blick über die Stadt. Bei ihm angekommen bot er mir ein Bier an und wir fielen ziemlich fertig ins Bett. Entschlossen dafür, nichts all zu anstrengendes mehr zu machen, zeigte er mir eine tolle Dokumentation, die pures Fernweh auslöste. Sie war nur mit Musik unterlegt und zeigte fantastische Aufnahmen aus aller Welt. Es war sehr schön einfach da zu liegen, zu quatschen und Bier zu trinken. Tobias ist ein lange Zeit gereist und konnte sehr viel erzählen. Es war wirklich fazinierend. Beim zweiten Teil der Dokumentation schlief ich dann ein.

Am nächsten Morgen wurde ich sanft von der Sonne geweckt, da Tobi noch schlief, setzte ich mich auf den Balkon und schaute der Sonne hinter Würzburg beim Aufgehen zu. Danach ging ich duschen und machte mich fertig. So ging ich erstmal alleine auf Erkundungstour durch diese wundervolle Stadt. Wenig darauf hatte ich ein Shooting mit Ralf D. Wegener und Ralph Steffen Friedlein von netlife1.de . Die beiden waren sehr nett, gaben mir einen Kaffee aus und dann ging es los im Hafen von Würzburg. Die Zeit verging sehr schnell und wir lachten und redeten viel. Es war wirklich eine super Atmosphäre! Danach saßen wir noch im Burger King und ich bekam nochmal einen Smoothie geschenkt. Ich liebe es Erfahrungen auszutauschen. (:

Wieder bei Tobias lagen wir erstmal rum. Er hatte eine sehr leckere Kürbissuppe gekocht und ist allgemein ein super Gastgeber. Spontan beschloss ich nochmal einen Tag länger in Würzburg zu bleiben. Ich fühlte mich einfach wohl. Danach gingen wir abends zu der Burg hoch; und ich war begeistert vom wundervollen Würzburg. Natürlich war es auch ein Vorteil, dass mir ein Fotograf die Stadt zeigte; die haben ja bekanntlich ein Auge für schöne Stellen.

Abends schauten wir uns dann ein paar Filme an, die mich ebenso wie die Dokumentation am Tag zuvor begeisterten. Ich war ein bisschen verstört, da die Filme keine leichte Kost waren und ich sehr sensibel bin. Tobias kümmerte sich dann sehr lieb um mich. Allgemein gab es keinen Moment gab, in dem ich von ihm nicht begeistert war, er ist ein toller Mensch.

Am Montag wachte ich wieder von der Sonne geweckt auf und ich hatte spätestens da mein Herz an diese Stadt verloren. Tobi zeigte mir nochmal die Innenstadt und die Residenz in Würzburg und danach fuhr ich heim. Eine ziemliche Melancholie ergriff mich im Fernbus - ich fand die Stadt einfach wunderschön und habe die Zeit auch dank unheimlicher toller Gastgeber sehr genossen.

Foto: netlife1
Manchmal ist wirklich der Weg das Ziel. Wie meine Zeit in Würzburg; es war als Zwischenhalt gedacht und wurde dann zum besten Erlebnis meines Septembers bisher.(Später wurde es tatsächlich von Dresden getoppt, aber das wusste ich als ich diesen Eintrag schrieb ja noch nicht. :) )

Dienstag, 3. November 2015

Bliss; oder: Hoffnungsloser Kitsch, der mir dennoch viel bedeutet

Es wird ist an der Zeit, dass wir unseren Ängsten, Sorgen und unserem Hass entsagen und dem Leben in all' seiner Pracht die Möglichkeit geben sich zu entfallten.

Photo, editing: A to Z Photography
Betrachtet die Welt um euch wieder so, als wäre euch noch nie das Herz gebrochen worden. Verliebt euch aufs Neue in seine Farben, Formen, Gerüche und Geräusche. Ich verliebe mich in jede Stadt, jeden Menschen, jeden Augenblick - ich verliere mein Herz an all jenes, was ich erlebe. Ich liebe es den immer wiederkehrenden Weg nach Haus anzutreten, dieselbe Straße habe ich schon zum hundersten mal gesehen und trotzdem entdecke ich immer wieder neue Wunder. Und ich versinke in Städten, die ich das erste mal erblicke und ich will für immer verweilen – ich lasse ein Stück von mir in ihnen, damit ich mir Etwas mitnehmen darf, und wenn ich wiederkehre, dann wird mich begrüßen, was ich einst zurücklies und mir zeigen, was sich verändert hat. Ich lebe mein Leben und liebe es, und ich lasse mich fallen in das Leben derer, die ich liebe, ich zehre von ihrem Glück, lasse mich inspirieren und führen, gebe meine ganze Verantwortung ab, denn solange sie da sind, wird mir nichts passieren. Und dann erwache ich. Wie ein Schnitt werde ich abgetrennt, starre zurück und Tränen laufen mir über die Wange. Und dann lächel ich über mich selbst. Das Kind, was nicht loslassen kann – und ich hauche einen Kuss zurück für die Zeit, die ich verbringen durfte, lächel und gehe wieder in mein Leben.


Und auch das erfüllt mich mit Glück. Ich liebe den Moment in dem ich aus dem Fenster blicke und melancholisch an das Vergangene denke, und ich liebe den Moment in den ich verstehe, was ich erreicht habe - ich will der Mensch sein, der ich als Kind immer sein wollte. Und jedesmal wenn ich zurückblicke, merke ich, dass ich tatsächlich wieder einen Wimpernschlag näher an diesen Menschen bin.


Ich lebe für das wundervolle Geschenk des Lebens. Aus Achtung des Lebens wird Glück geboren. Gegenüber Anderen als auch einen Selbst. Ich habe aufgehört zu denken, dass ich etwas besseres wäre und ich habe aufgehört zu glauben, ich wäre schlechter. Beides zeugt von einer Arroganz, die kaum zu ertragen ist - wir wollen alle anders sein und machen uns dadurch zu einen weiteren Soldaten der Armee der Gleichen. Ich hasse aus reiner Selbstachtung nicht mehr; denn Hass und Wut wird uns nur in jenes verwandeln, was ihr zu hassen glauben. Die Menschen sind nicht schlecht, sie reagieren nur auf ihre Umwelt und eine Welt voller Hass und Zukunftsängste kann nur Menschen hervorbringen, die man allzu leicht hassen kann. Schaut sie euch an - kein Hass wird ihnen jemals wieder etwas anhaben, sie zu etwas besseren formen, denn sie sind abgehärtet und kalt. Und ich lebe nicht für den Hass. 

Wir sind Menschen, wir leben in der selben Welt, und wir sollten diese Welt und das Leben lieben. Hört auf euch zu hassen. Zu oft sind schlimme Taten aus Selbsthass entstanden. Zu oft verursachten wir zu viel Leid, um unseren Schmerz zu lindern und alles was daraus hervorgeht ist weiteres Leid und mehr Hass. Der Morgen an dem du in den Spiegel schaust und dich selbst lieben kannst, wird der Tag werden, an dem du glücklich wirst. Dein Glück hängt nicht an Jemand Anderen oder an materiellen Dingen. Am Ende deines Lebens wirst du nicht mehr wissen, ob und wann du am Ende des Monats nur Nudeln mit Tomatensauce gegessen hast, du wirst dich aber daran erinnern, dass du dein letztes Geld für 80 Portionen Nudeln mit Tomatensauce ausgegeben hast für eine umwerfende Feier mit fantastischen Menschen, an der ihr am Ende die Nudeln nicht gegessen habt. (Und dadurch hattest du dann dein Essen für die nächsten 80 Tage.)

Unnötige Ängste begleiten uns zu oft. Denn letztlich sind es nur selten Dinge, an denen wir gerade etwas ändern können. Also lasst es doch die Probleme deines zukünftigen Ichs sein. Und wenn man gerade darauf Einfluss nehmen kann, dann werdet mündig und agiert. Wir machen unser Schicksal selbst. Eure Träume werden seltenst von alleine wahr. Kämpft und macht etwas dafür. Aktiv. Erwacht aus dieser schrecklichen Passivität in der sich zu viele ausruhen und sich selbst bemitleiden. Aber macht dies ohne Angst. Denn die wird euch immer nur die Flügel nehmen. 


Ich habe eine Reise angetreten von der ich das erste Mal ohne Zweifel sagen kann, dass es die Richtige ist. Vielleicht gibt es kein Ziel. Ich merke, dass ich mich stetig weiterentwickle. Und ich merke, wie die Freiheit in mein Leben zurückkehrt. Ich lache ehrlicher als jemals zuvor und ich wache voller Leben auf. Voller Liebe. Ich habe mich losgesagt von der Angst, die doch viel zu lange mein Leben definierte und ich weine nur noch in dem Bewusstsein, dass ich eines Tages wieder nicht mehr weinen werde. Wenn ich nun also diesen Text vervollständige mit Tränen in den Augen und mir wieder Bilder in den Kopf kommen, die mich noch mehr weinen lassen, dann weine ich nicht mehr aus Trauer. Ich weine darum, dass ich überfordert bin, ich weine, weil ich weiß, dass ich noch nicht fertig bin. Wie alle Menschen bin ich nicht frei von Angst, aber ich lasse mich nicht mehr beherrschen. Ich habe Angst vor dem Glücklichsein, doch ich akzeptiere sie, und das nimmt ihr allen Fahrtwind. Sie wird mir nichts mehr anhaben.


Ich habe mein Herz verloren und will es gar nicht mehr wieder, denn es ist das Beste, was mir jemals passiert ist und mir jemals passieren wird. Ich habe mich in dieses Leben verliebt. Trotz aller Widrigkeiten und Allem, was mir widerfahren ist, trotz aller Prognosen, der Menschen, die sagten, ich werde niemals glücklich sein, den Dogmen, die man meinem Leben auferlegt hatte, dabei allen voran meinen eigenen, dass ich niemals ältere als zwanzig werden würde und sowieso kein Glück verdient hätte, zu Trotz. Hätte man es mir mit Zwölf oder Dreizehn erzählt, dass ich jemals so einen Text verfassen würde, ich hätte gelacht, aber es wäre nicht dieses ehrliche Lachen gewesen, was ich nun mein eigen nennen kann, sondern ein kaltes, verzweifeltes, von Hass und Trauer erfülltes Lachen. Inzwischen glaube ich daran, dass ich eine schöne Seele habe. Und aufeinmal scheinen Träume nicht mehr unerreichbar zu sein.


Ich danke denjenigen, die mir zeigten, dass das Leben schön ist.

Ich danke den schönsten Menschen dieser Welt, auch wenn sie es vielleicht niemals realisieren werden, welches Geschenk sie mir gegeben haben.

Danke dir Benjamin, 
der du mit deiner gelebten Philosophie der "Probleme des Zukunftsbenni" Recht behalten solltest. 
Danke dir Paul, 
der du stetig da warst.
Danke dir Michel-Philippe,
der du das Tor zu einer anderen Welt geöffnet hast und Gedanken formtest, welche ich nie zuvor erdacht habe. 
Danke dir Glenn, 
der du wohl unbewusst und deswegen umso schöner meinen Befreiungsschlag eingeleitet hast,
und danke dir, Stephan,
der du mir zeigtest, dass das Leben schön ist. 
Ich hoffe ihr vergebt mir, was ich mir von euch mitgenommen habe, denn ich habe niemals vor, es zurückzugeben.

Und ich danke Denjenigen, die mir überhaupt die Chance auf ein Leben wie dieses gaben,
Manuela und Gunter.

Anmerkung:
Die Bilder die ich hier verwendet habe, stammen aus meinem Shooting mit Lia und Alisa im Schloss Hummelshain - sie drücken für mich genau jenes aus; innere und äußere Schönheit, das Lossagen von Ängsten und Hass, das Aufblühen von Träumen... Aufbegehren und Befreiung. Das ist nur meine Meinung zu den Bildern, und der eigentliche Blog zum Shooting mit den beiden wird noch folgen. Ich verlinke ihn dann hier. Natürlich müssten hier Bilder von eben jenen wundervollen Menschen zu sehen sein, denen ich so viel verdanke, doch  eigentlich wissen diese ja selbst, wer sie sind.

Credits:
Photo, editing: Liancary.
Model, Make-Up: Tessajeancook
Assistant, Hair: A to Z Photography
Dress: Aviatrix
Location: Schloss Hummelshain

Dienstag, 15. September 2015

Highest Hopes, oder: Manchmal braucht es Dämpfer


Lia packt ihren Koffer... :)
Nun, Leonie Fietz hat sich inzwischen ja sowieso zu einer guten Freundin entwickelt, mit der ich oft Projekte umsetze. Und so kam es, dass sie beschloss für ein paar Tage bei mir zu bleiben, da sie ein paar Termine in Franken hatte. Nun denn, darunter war auch, dass sie gern Lia, mit der ich ja auch schon öfters zusammen gearbeitet habe und mich mit ihr auch blendend verstand, mal über die Schulter schauen wollte. Wenn schon denn schon dachten wir, und beschlossen gleich etwas größeres zu machen. 


Im Vorfeld klärten wir die Planung ab und schon konnte ich es gar nicht mehr erwarten, dass es los geht. Lia besorgte wieder zauberhafte Kleider, welche zum Teil von Designern(siehe credits unten) gestellt wurden, und ich tastete paar Locations ab. Leonie musste erstmal dafür sorgen, dass sie überhaupt nach Franken hoch kommt. 


Ich freute mich seit dem das Projekt beschlossen wurde, darauf. Ich machte mir viele Gedanken und schaute mir viele Fotos für Inspiration für Posen an. Spontan kam mir der Einfall, dass wir Alisa  (von A to Z photography) ja noch ins Boot holen könnten; sie ist ja nicht nur super nett, sondern auch sehr talentiert und das sowohl in der Fotography als auch im Film.So organisierte ich es, dass alle zum gleichen Zeitpunkt etwa da waren. Mich freute es sehr, dass Alisa spontan zu sagte und dafür auch einen Termin extra verschob. Das musste einfach hammer werden! :D Ein Haufen talentierte Menschen, was soll denn da noch schief gehen?
Leonie und ich bereiteten uns mit einem kleinen Schönheitsabend zusammen mit meinem besten Freund, Paul, auf das Shooting vor. Dabei schauten wir Jurassic Park und tranken ein Glas Wein. Am nächsten Morgen standen wir dann bereits um 6.00 Uhr auf um eventuell benötigte Sachen einzupacken und uns zu schminken. Beim Schminken kamen wir leider nicht ganz über das Grundieren hinau; und das obwohl Alisa sich auf Grund eines Staus um einige Minuten verspätete. (Sie war ja die einzige mit Auto und sammelte uns alle mit ein) Dann holten wir noch Lia vom Bahnhof ab, kauften bisschen was zu trinken und fuhren los. Brot und Aufstriche habe ich ja vorher schon besorgt. Endlich konnten wir los! :)

Kleines Making-Of mit meinem Handy gemacht (:

Der Weg zum Teufelsloch, den Ort, den wir uns ausgesucht hatten für das Shooting, beziehungsweise, den Lia vorgeschlagen hatte, verlief unkompliziert. Kurz irrten wir einmal herum, aber das ist ja normal. Dort angekommen waren wir einfach begeistert! Es war wirklich wunderschön dort. Nur leider aber doch sehr kalt. Und was noch viel schlimmer war: Es war echt Dunkel.

Lia zaubert dennoch aus sehr dunklen Bildern wahre Meisterwerke...
  Wir wussten von Anfang an, dass es uns Probleme machen würde.

Nichts desto trotz waren wir guter Dinge. Wir öffneten erstmal eine Flasche Hugo und stießen an, dass alles organisatorisch so gut hingehauen hat. (: Belohnung muss sein!  Dann machten Leonie und ich uns ans schminken. Leonie machte mir mein Make-Up und schminkte sich dann selbst. Die Kleider von Maibritt Kokholm waren wunderschön und passten auch ziemlich gut; für mich hätte man es ein bisschen fester schnüren müssen,  was wir aber leider irgendwie nicht so hinbekommen haben, weswegen es mir immer wieder leicht herunter gerutscht ist. Aber es sah trotzdem toll aus! Die Perücken waren ein größeres Problem. Sie ließen sich sehr schwer kämen und das war wirklich anstrengend. Nach recht langer Vorbereitung kamen wir dann also endlich zum Shooten.

Weil wir Barfüßig waren, war es auch sehr kalt. Und man rutschte sehr leicht ab. Lia und Alisa kämpften mit
Auf dem wundervollen Vorher/Nachher Bild von
Lia erkennt man deutlich, dass die Lichtverhältnisse
mehr schlecht als recht waren.
Ich bin immer wieder von Lias Bearbeitungskünsten
überrascht! Sie ist fantastisch. :)
dem Licht und allgemein haute wenig hin. Außer Leonie, die sah sehr schön aus. Ich war im Nachhinein sehr unzufrieden; irgendwie lief bei mir gar nichts hin. (Ich schreibe immer so lange alles noch frisch ist; deswegen die Anmerkung jetzt: ganz so krass war es dann doch nicht, Fakt ist aber das Leonie das Kleid wesentlich besser stand!)  Das Make-Up wirkte auf den Fotos nicht gut; es war zu dunkel gewählt für die schlechten Lichtverhältnisse und gab meinem Gesicht eine ganz komische Form; gerade in Verbindung mit der Perücke, die bei mir auch sehr perückenhaft aussah. Leonie direkt neben mir platziert wirkte dann auch nicht gut, ich wirkte neben ihr nochmal wesentlich kleiner. Ich gefiel mir auf den Bildern nicht, was weniger daran lag, dass die Fotografen schlechte Arbeit leisteten, aber eben an den Umständen. Und mein Gesicht fand ich ganz und gar furchtbar auf den Fotos! Dann setzen wir Rauch ein, und ausgerechnet bei mir waren die Rauchschwaden direkt vorm Gesicht. Man sah mich gar nicht. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich da gerne geweint hätte. Ich hatte mich so auf den Tag gefreut, sehr viel Energie hineingesteckt, dass so schön wie möglich zu machen, geschaut, dass man alle an dem Tag zusammen bekommt, habe mich auf die wunderschönen Kleider gefreut und dann das. Wirklich, mir ging es richtig mies dabei. Bei den Einzelbildern, die wir dann nicht mehr in der Teufelsschlucht machten, weil es einfach zu dunkel war, sondern spontan am Straßenrand angehalten haben, war  dann bei mir der Wind so stark, dass ich so gut wie keinen Rauch auf meinen Portraits hatte. Und das Make-Up gefiel mir immer noch gar nicht. Danach war mir noch mehr zu Weinen zu Mute. Ich fühlte mich wirklich einfach mies. Richtig mies. Ich freute mich natürlich, dass Leonie tolle Bilder bekommt, für mich war es dennoch nicht so super zu dem Zeitpunkt. Auch wenn ich weiß, dass Niemand daran Schuld hatte, fühlte sich das an wie ein Schlag ins Gesicht.

Stilvolles Making-Of am Straßenrand; Von Leonie Fietz - Art gemacht und: ja, ich habe eine Jogginghose an; es waren Portraitfotos und es war verflucht kalt! :D







Blöde Gedanken kommen - das gerade bei so emotionalen Menschen wie mir, ich muss sagen, dass ich das echt gut in Griff habe, da war es nur echt irgendwie viel -  und so kämpfte ich im Auto sehr dagegen an und versuchte meine Fassung zu wahren. Obwohl ich am ich mich am liebsten zurückgezogen und geflennt hätte, - und ich ehrlich gesagt, in diesem Moment schon beschlossen habe, komplett mit dem Modeln aufzuhören-  redete ich mir also Rationale Argumente ein, dass es Niemanden Schuld war, es einfach Zufall war und das es blöd gelaufen ist.. Immer wieder und versuchte dieses Gefühl unter Kontrolle zu bringen. Habe ich letztlich auch ganz gut geschafft, ich habe eben paar Minuten mit mir gerungen und war ein bisschen stiller. Die anderen hatten auch super Verständnis dafür, sprachen mit Mut zu und das half mir sehr! 

 In Creußen angekommen machten wir einen Outfitwechsel. Auf Grund der Fortgeschrittenen Zeit
beschlossen wir, dass die restlichen beiden Outftis nicht ich shoote, sondern nur eins und das Andere Leonie. So bekam Leonie als Model eine größere Rolle an diesem Tag und als Fotografin machte sie de facto nur sehr wenige Making-Of Bilder. Ich machte schnell mein Make-Up neu und zog das lange, schwarze, paillettenbesetzte Kleid (siehe credits) an. Es war seeehr lang und unheimlich schön. (Ehrlich! Ich bin begeistert von diesem Kleid, auch wenn es mir auch leider bisschen zu groß war und wirklich ziemlich rutschte. :D)  Alisa und Lia zerstörten während dessen die Perücke, die ich bei dem Shooting auf hatte und die mich so unglücklich gemacht hatte. Diese bekam ich dann auf und dazu dann noch ein vpn mir gemachtes Headpiece. Wie Leonie sich auf den zweiten Part vorbereitet hat, kann ich nicht sagen, da ich davon nichts mitbekommen habe.

Schnell fuhren wir also zu einem Feld, welches wir auf der Rückfahrt nach Creußen gefunden haben und machten dann dort mit mir die Fotos. Auf denen gefiel ich mir jetzt wieder deutlich besser. Danach hatte ich auch wieder bessere Laune. Mich freute es auch, dass ich, obwohl das erste Set so in die Hose ging, mich  beim 2. doch ganz gut machte. Nachdem wir schnell damit fertig waren, fuhren wir an den Weiher, damit Leonie ins Wasser steigen konnte.


Schade war, dass es nicht funktionierte, die Kunstblumen so zu positionieren, dass sie nicht davon schwammen, aber naja. Sie machte ihre Sache trotz eisigen Temperaturen um Wasser gut, wobei ihr schwarzer Bikini unter einem weißen Kleid, welches auch noch nass wurde, eher ungünstig war. Sie schlug sich auch echt tapfer. Nur ihre Perücke rutschte ihr stetig vom Kopf und erschwerte die ganze Sache doch. Dennoch beeilten sich Alisa und Lia ungeimlich, damit sie schnell wieder aus dem Wasser kam. Leider hatten wir ein Handtuch vergessen, so lief ich mit Leonie schnell voraus in meine Wohnung, wo sie dann heiß duschen konnte und danach von mir mit Tee versorgt wurde. Ich war einfach froh wieder im Warmen zu sitzen und nicht mehr zu frieren. Es war ein sehr anstrengender Tag und so verschnauften wir alle noch kurz, bevor Alisa und Lia wieder heimfuhren.


Insgesamt hat es schon sehr viel Spaß gemacht und es war ein schöner Tag. Auch habe ich immer noch die Hoffnung, dass Lia und Alisa aus den Bildern von mir vom ersten Set dennoch bisschen was zaubern können. Die beiden sind ja sehr gute Bildbearbeiter. Vom 2. Set bin ich überzeugt davon, dass einige gute Bilder dabei sind. Wie gesagt, bis auf meinen kurzen Zusammenbruch / Sinneskrise / Zweifel an mir war es ja dennoch ein super Tag. Wobei natürlich suchdie körperliche Erschöpfung wahrscheinlich mit hinein gespielt hat; die oben erwähnten Brote wurden nicht annähernd gegessen, wir hatten viel zu hiel Stress. Hin und wieder aß Jemand mal einen Bissen, aber viel mehr war nicht drinne, und das in Verbindung mit Kälte geht auf das Gemüt. Aber insgesamt haben wir das alles wirklich souverän gemeistert. Aber ja, bei shootings geht nicht immer alles glatt! (:

Und meine Hoffnungen waren natürlich sehr hoch angesiedelt, und dann gab es einen riesen Rückschlag, aber am Ende war es wieder richtig gut und: das werden die Ergebnisse auch werden; davon bin ich überzeugt! (:
Nachtrag: Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich trotz Allem sehr zufrieden bin. Klar, das erste Set war definitiv nicht mein bestes, aber trotz widriger Umstände sind ein paar sehr schöne Bilder entstanden, wobei Leonie einfach wesentlich besser wirkte beim ersten Set. Dafür hatte ich beim zweiten Set unheimlich Glück. In diese Bilder habe ich mich wirklich verliebt! Aber seht selbst. Wie gefallen sie euch? Hattet ihr mal einen Moment in dem ihr sehr an euch gezweifelt habt? :) 

Definitiv eines meiner lieblingsbilder aus dem Shooting! (:

Credits:
Foto; editing: Liancary.  // A to Z Photography
Idee: Liancary.
Kleider Set 1: ONEofONE by Maibritt Kokholm
Pailettenkleid: sKorpia-Xtreme Fashion
Headpiece: Tessajeancook
Model 1: Tessajeancook
Model 2: Leonie Fietz - Model
Make-Up Set 1: Leonie Fietz - Art
Make-Up Set 2, Pailettenkleid: Tessajeancook

Donnerstag, 10. September 2015

On the road, oder: Im Grünen mitten in Berlin

Meinen September verbringe ich ja, wie angekündigt, mit Reisen. Im voraus habe ich einige Aufrufe gestartet, dass ich Fotografen suche, dir in verschiedenen Städten mit mir zusammen arbeiten wollen. So kam ich bei meiner Reise nach Berlin mit Dennis von Dennis Frommhold photography in Kontakt.
Er hatte gleich eine Idee, die mir sehr zusagte: er wollte mich in einem Efeukleid fotografieren. Seine Bilder gefielen mir sehr gut, also planten wir unser Shooting. Er fragte mich auch, ob es in Ordnung wäre, wenn Milena von Photogravity - Milena A.rt als Assistentin mitkommen würde. Natürlich hatte ich damit kein Problem. 

Nachdem ich mir also am 1. Tag Berlin angesehen habe und mit meinem guten Freund Sascha, den ich auch schon seit 3 Jahren nicht mehr gesehen habe, festgestellt habe, dass wir alt werden, machten wir den Termin für den 2. um 16.00 Uhr fest. Ich bin echt froh, d ass ich so viele Bekannte und Freunde habe, die mich dann auch souverän durch ihre Stadt führen können!




Um mal ein paar mehr Worte zu den Shootingvorbereitungen zu verlieren: erstmal frühstücke ich gut. Denn so ein Shooting ist anstrengend. Unmittelbar vor dem Shooting esse ich dann aber nichts. Dann schauten wir uns nochmal ein paar Sachen in Berlin an, bis ich mich dann schminkte. Wie immer mit viel Luft vor dem Shooting. Da ich euch oft schon erzählt habe, wie ich mich so schminke, habe ich mir heute gedacht, dass ich euch einfach Bilder zeige. :) So sieht also konturieren für Profis aus - oder auch nicht. :D ich liebe es, wie lächerlich man aussieht, bevor alles gut verblendet wird.

 


 Danach machten wir uns auf dem Weg nach Grunewald. :)

Mit der S-Bahn kamen wir recht fix an. Pünktlich um 16.00 Uhr begrüßten mich Milena und Dennis an der S-Bahn station. Die beiden waren super nett! Auf den Weg zu der Location unterhielten wir uns und tauschten Informationen aus; es ist immer wieder interessant zu hören, was für Erlebnisse Fotografen nicht alles schon hatten!
Grunewald war wirklich sehr schön. Unheimlich grün und auch sehr weitläufig. :) Auch die Villen waren sehr beeindruckend!



Das Shooting verflog wie im Fluge - und es entstanden wirklich viele, tolle Fotos! Von den Umständen her war es das angenehmste Shooting seit langen. Es war zwar etwas kühl und ich war recht leicht bekleidet, aber damit habe ich weniger Probleme. Das unangenehmste war, dass ich in Dornen gesessen war, aber wenn ich es nicht mache, wer dann? (:


Erstes Ergebnis! (:

Nach dem tollen Shooting nahm mich Sascha noch mit ins Nachtleben von Berlin und ich lernte sehr viele coole Menschen kennen. :) Als wir um halb 5 wieder bei ihm in der Wohnung waren, wusste ich, dass sich Berlin definitiv gelohnt hat! Es ist auch mal ein Erlebnis ohne Handyakku in Berlin herum zu irren. :)

Noch bevor ich am Donnerstag heim fuhr, schickten mir Dennis und Milena die ersten Ergebnisse. Und: ich war begeistert! Doch seht selbst; wie findet ihr die Ergebnisse? :)
Die erste Station meiner Deutschlandreise war jedenfalls ein voller Erfolg (:



Credits:
Model, Make-Up
: Tessajeancook
Photo: Dennis Frommhold Photography
BTS / Assisstant: PhotoGravity - Milena A.rt


Das ist ein Foto, welches Milena gemacht hat. Ich liebe es zu vergleichen, wie unterschiedlich zwei Fotografen ein Motiv interpretieren. (: